Fachtag "Seltene Demenzformen"

Der Fachtag der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken in Kooperation mit dem Arbeitskreis Gerontopsychiatrie Stadt und Landkreis Ansbach zum Thema „Seltene Demenzformen“ fand im Kulturzentrum Karlshalle in Ansbach statt.

Den Teilnehmenden wurden einleitend klinische Fakten dargelegt und darauf aufbauend die Besonderheiten in der Beratung und - besonders wertvoll - die Angehörigenperspektive aufgezeigt.

Nachdem Nina Gremme und Eva Adorf von der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken den Fachtag offiziell eröffneten, folgten die Grußworte des mittelfränkischen Bezirkstagspräsidenten Armin Kroder sowie des Landrats des Landkreises Ansbach Dr. Jürgen Ludwig. Die Moderation des Fachtages übernahmen Nina Gremme und Eva Adorf.

Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid gab im ersten Vortrag einen medizinischen Einblick in die seltenen Demenzformen. Im Fokus stand hierbei die Frontotemporale Demenz (FTD) mit ihren verschiedenen Ausprägungen. Prof. Dr. Diehl-Schmid arbeitete sehr deutlich heraus, dass sich die Symptomatik und damit verbunden auch die Therapieansätze bei seltenen Demenzformen stark von der Alzheimer-Demenz unterscheiden.

Im Anschluss daran gaben Friederike Legal und Barbara Süß Einblicke in ihren Beratungsalltag und wiesen auf die Besonderheiten in der Beratung von Angehörigen von Menschen mit FTD hin. Ihr Vortragstitel „Warum lachst Du, wenn ich weine?“ ist ein Zitat aus einer Beratung und macht deutlich, dass die seltenen Demenzformen nicht nur die Gedächtnisleistungen angreifen, sondern auch das Verhalten sowie die Persönlichkeit stark beeinträchtigt werden.

Nach der Mittagspause stellte Annette Arand den sanftMUTIGEN Ansatz von wohlBEDACHT (Wohnen für demenziell Erkrankte e. V.) vor. Anhand von praxisnahen Beispielen gab sie Impulse für das Zusammenleben und den Umgang mit Menschen mit einer seltenen Demenzform. Zudem gab sie Einblicke in weitere seltene Demenzformen. Arand machte mit ihrem Beitrag darauf aufmerksam, dass die Versorgungslandschaft für Menschen mit FTD oder anderen seltenen Demenzformen derzeit noch stark ausbaufähig ist.

Den Abschluss des Vortrags bildete die Angehörigenperspektive, dargestellt von zwei jungen Frauen, die selbst Angehörige von Menschen mit FTD sind. Während der Vater der einen Referentin bereits verstorben ist, steht die Familie ihrer Vortragspartnerin noch relativ am Anfang der Erkrankung. Die beiden Frauen unterhielten sich miteinander und ließen die Teilnehmenden so an ihrem Erfahrungsaustausch teilhaben. Die sehr persönlichen Einblicke in den Alltag mit einem Menschen mit FTD sowie in das Erleben der Betroffenen waren ein gelungener Abschluss für diesen informativen Fachtag.

Die einzelnen Handouts zu den Vorträgen stellen wir Ihnen gerne nachfolgend als Download zur Verfügung.

Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid_Seltene Demenzformen

Friederike Legal und Barbara Süß_Warum lachst Du, wenn ich weine

Annette Arand_Völlig anders

 

2. Fachtag Demenz und Pflege

Der 2. Fachtag Demenz und Pflege der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken fand als Hybridveranstaltung im Tagungszentrum Onoldia in Ansbach statt.

Den Präsenzteilnehmer*innen wie auch den online zugeschalteten Gästen bot sich ein facettenreiches Programm mit namhaften Referent*innen und musikalischer Umrahmung durch das Trio Mame Loshn.

Nachdem die Leitung der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken, Nina Gremme, die Veranstaltung offiziell eröffnete, folgten die Grußworte des mittelfränkischen Bezirkstagspräsidenten Armin Kroder sowie ein musikalischer Gruß durch Mame Loshn. Durch den Fachtag moderierten Nina Gremme und Eva Adorf.

Dr. Laura Blauth sowie Carina Petrowitz von der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften – Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg/Schweinfurt, stellten im ersten Vortrag die internationale Studie HOMESIDE dar. HOMESIDE richtet sich an Menschen mit Demenz und deren Zu- und Angehörige, die dabei unterstützt werden, Musik- oder Leseaktivitäten im Alltag und in der häuslichen Pflege einzusetzen.

Es folgte der Vortrag von Prof. Dr. Alexander Kurz (Zentrum für kognitive Störungen und Rehabilitation am Klinikum rechts der Isar der TU München) über seltene Demenzformen, verschiedene Krankheitsbilder und Symptome. Die kurzweilige Präsentation rundete Prof. Dr. Kurz mit einem Quiz über die einzelnen Symptome und der daraus resultierenden Diagnose ab.

Meike Nenner, von der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken berichtete am Nachmittag über eine Auswahl von Angeboten zur Unterstützung im Alltag in Mittelfranken, welche es pflegebedürftigen Menschen ermöglichen sollen, in der gewohnten Umgebung selbstbestimmt leben zu können.

Den Abschluss des Fachtags bildete die Präsentation von Prof. Dr. Sabine Engel, die dem Fachtag online zugeschaltet war. Sie stellte den Weg zur „Filialen Reife“ – sprich die Fähigkeit eines Erwachsenen, seine hilfs- und pflegebedürftigen Eltern, Zu- oder Angehörigen unter einem veränderten Blickwinkel zu sehen und ihnen gegenüber ein neues Rollenverständnis zu entwickeln, dar.

Die einzelnen Vortäge der Veranstaltung stellen wir Ihnen gerne als Download oder auf Anfrage zur Verfügung.

Musik und Lesen bei Demenz – Unterstützung durch ein Online-Angebot?; Dr. Laura Blauth & Carina Petrowitz

Seltene Ursachen der Demenz; Prof. Dr. Alexander Kurz

Wenn Hilfe nötig ist – Unterstützungsangebote im Bezirk Mittelfranken; Meike Nenner

Die Präsentation von Frau Prof. Dr. Sabine Engel kann bei ihr angefragt werden.

Podiumsdiskussion zur Bayerischen Demenzwoche

Als Beitrag zur diesjährigen Bayerischen Demenzwoche präsentierte die Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken am Welt-Alzheimertag (21. September) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kommunale Demenznetzwerke“.

Die Umsetzung solcher Netzwerke stellt eine bedeutsame Förderung der kommunalen Versorgungsstrukturen dar und verbessert somit aktiv die Lebensqualität der Menschen mit Demenz sowie deren Zu- und Angehörigen. 

Die Leitung der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken, Nina Gremme, moderierte durch die Diskussion und regte zudem den Austausch zwischen den verschiedenen Netzwerken an.

Dr. Peter Neumeier ist Chefarzt und ärztlicher Leiter der Geriatrischen Klinik am Klinikum Fürth und engagiertes Mitglied im Steuerungskreis des Demenznetzwerkes Fürth. Nachdem er anschaulich aufzeigte, was unter einer Demenz zu verstehen ist, führte er anschließend praxisnah aus, was aus der klinischen Perspektive für Menschen mit Demenz und deren Zu- und Angehörigen unmittelbar nach der Diagnose – aber auch später – an Unterstützung wichtig sein könnte.

Sebastian Gmehling ist Leiter der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus Erlangen – Höchstadt und in besonderem Maße am Aufbau des dortigen Demenznetzwerks mit lokalen Akteuren beteiligt. Er erklärte, was ein solches Demenznetzwerk seiner Meinung nach ausmacht und stellte auf anschauliche Art die persönlichen Gründe für seine Motivation und seinen Antrieb dar.

Die Apothekerin Barbara Straller leitet neben ihrer Tätigkeit zusammen mit Ulla Schreiber das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ im Stadt- u. Landkreis Ansbach. Sie berichtete anschaulich, wie sie sich im Rahmen ihres besonderen Demenznetzwerks „vernetzt“ haben und welche Ziele sie mit ihrem besonderem Einsatz für Menschen mit Demenz verfolgen.

Die Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft – Landesverband Bayern,

Sonja Womser, führte eindrucksvoll vor Augen, welche Erfahrungen sie im Rahmen ihrer Tätigkeit in den Projekten des Landesverbandes hinsichtlich kommunaler Demenznetzwerke gemacht hat.

Die Podiumsdiskussion ermöglichte zahlreiche Einblicke von Fachpersonen verschiedenster Professionen und deren Arbeit in kommunalen Demenznetzwerken, sodass viele anregende Eindrücke und neue Wissensansätze gewonnen werden konnten.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Demenzfreundliche Apotheken       

Flyer Demenzfreundliche Apotheke Ansbach

Übersichtsliste Demenzfreundliche Apotheke

Demenz in der Kommune – Deutsche Alzheimer